Permalink

1

Chronobiologie in der Arbeitswelt

Neulich habe ich auf arte einen interessanten Bericht gesehen – „Chronobiologie – wie tickt der Mensch“ (arte, Erstausstrahlung 14.02.2013). Auch 3Sat hat das Thema „Chronobiologie“ bereits 2012 aufgegriffen.

Im Wesentlichen geht es darum, dass jeder Mensch eine anders tickende innere Uhr besitzt. Der eine ist Frühaufsteher, braucht weniger Schlaf, ein anderer ist ein Langschläfer und braucht somit seine Zeit, ehe er morgens aus dem Bett und auf Touren kommt (zu letzteren zähle ich mich :)). Laut dem Beitrag passt die immer schnelllebigere Gesellschaft nicht zu unserer inneren Uhr, welche aber festlegt, wann es für uns Zeit ist zu schlafen. Ein Leben im Einklang mit dieser ist somit kaum mehr möglich.

Das bedeutet wiederum, dass einige Menschen unter chronischem Schlafmangel leiden, was zu gesundheitlichen Störungen führen kann. Darunter zählen unter anderem Schlafstörungen, Depressionen, Diabetes und sogar Demenz. Somit können wir gesünder Leben und Krankheiten besser behandeln, wenn wir den „biologischen Chronometer“ jedes Einzelnen entschlüsseln. Die Entschlüsselung hat bereits begonnen. Krebskranke Menschen bekamen ihre Chemotherapie in den Zeiten, in der die gesunden Zellen ruhten. Das Ergebnis war, dass die Chemo wesentlich besser vertragen wurde und weniger gesunde Zellen zerstört wurden.

Als ich den Bericht sah, habe ich sofort daran gedacht, was dies bedeuten würde, wenn wir das auf die Arbeitswelt übertragen, also gesünder Leben und auf unsere innere Uhr hören.

  • Was würde das für die tägliche Arbeit, Unternehmen und Wirtschaft bedeuten?
  • Würden wir dann produktiver und effizienter arbeiten?
  • Wären die Mitarbeiter weniger krank?
  • Aber viel mehr noch, wie wäre es realisierbar?

In vielen Unternehmen gibt es ja bereits Gleitzeit, sodass die Mitarbeiter sich zumindest ein bisschen nach ihrem inneren Takt richten können. Ein weiteres Modell ist die Vertrauensarbeitszeit. Dennoch ist die Kernarbeitszeit beim Gleitzeitmodell für einige Spätaufsteher vielleicht doch noch etwas zu früh. Kann man für jeden einzelnen Arbeitnehmer eine eigene Gleitzeit gewährleisten? Und was ist mit dem produzierenden Gewerbe mit Schichtsystem?

All diese Fragen lassen sich natürlich nicht auf einmal und jetzt sofort klären. Hierzu müsste es Pilotstudien geben und natürlich auch der Wille der Unternehmen, in diese Richtung noch mehr einzulenken.

Leider gibt es den Beitrag auf arte nicht mehr auf Deutsch zu sehen. Auf YouTube habe ich ihn allerdings noch auf Französisch (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4) gesehen. Wer also von Euch Französisch versteht, kann es sich gerne anschauen.

Zum gleichen Thema gab es bereits 2008/2009 die BBC Horizon Doku „The Secret Life of Your Bodyclock„.

Wie steht Ihr zu dem Thema? Seid Ihr Spätaufsteher/Langschläfer oder eher Frühaufsteher/Kurzschläfer?

Nadine

Autor: Nadine

Ich bin Nadine und schaue in diesem Blog durch die Brille aus Bewerber- wie auch Personalersicht.

1 Kommentar

  1. Pingback: Linktipps: Smartphone-Akkulaufzeit, Innere Uhr, Finanzamt-Geschenke | lex-blog.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.