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Vollständigkeit im Lebenslauf

Neulich hatte ich eine Bewerbung für eine Praktikumsstelle vor mir liegen, die recht kurz ausfiel. So auch der Lebenslauf, der nur eine Seite umfasste. An sich ja nichts Verwerfliches. Allerdings war dieser nicht vollständig. Aus diesem Grund und weil ich das in letzter Zeit häufig bei jungen Bewerbern gesehen habe, möchte ich mit diesem Artikel einmal zum Ausdruck bringen, wie wichtig die Vollständigkeit des Werdegangs im Lebenslauf ist.

So führt auch Jochen Mai von karrierebibel in seinem Artikel „Mut zur Lücke – Was so gar nicht in den Lebenslauf gehört“ fehlende Angaben als – aus seiner Sicht – größten Fehler auf.

Im Lebenslauf sollten, nein müssen, alle Stationen bis zur Gegenwart enthalten sein, damit sich der Personalveranwortliche ein umfassendes Bild über die schulische/berufliche Laufbahn einer Person machen kann. Er ist schließlich dafür verantwortlich, die bestmöglichste Besetzung einer Position zu gewährleisten, auch wenn es sich „nur“ um ein Praktikum handelt. Neben den fachlichen Voraussetzungen, sollte eine Person auch in das bestehende Team passen. Eine Einschätzung wird durch fehlende Angaben jedoch erschwert.

Bei dieser Bewerbung stand nun im Anschreiben, dass die Person sich noch im Studium befindet. Im CV habe ich diese Station jedoch nicht gefunden. Des Weiteren fiel mir auf, dass keine Sprach- sowie EDV-Kenntnisse angegeben waren. Ich bin dann davon ausgegangen, dass die Angabe des Studiums richtig ist, warum sollte man es sonst erwähnen, und das die gängigen EDV-Kenntnisse vorhanden sind. Was die Englischkenntnisse angeht, konnte ich mir nicht so sicher sein, denn nicht in jedem Studiengang ist die Sprache ein Muss oder werden Vorlesungen auf Englisch angeboten. Bei diesem Praktikum sind aber sehr gute Englischkenntnisse Voraussetzung, da hier sehr viel Kontakt zu ausländischen Niederlassungen gehalten und viel auf Englisch geschrieben wird.

Ich habe dann mit der Person ein telefonisches Gespräch geführt, welches auch sehr aufschlussreich war. Allerdings scheiterte es am Schluss an den besagten notwendigen Englischkenntnissen. Sicherlich hätte ich nicht mit ihr gesprochen, wenn eine aussagekräftige Angabe der Englischkenntnisse gemacht worden wäre, die die wenigen Kenntnisse zum Ausdruck brachten. Aber nicht ohne Grund gibt es Anforderungen an eine Stelle, welche Voraussetzung sind, um eine Aufgabe gut zu erfüllen. Ich teilte dem Bewerber zum Abschluss unseres Gesprächs die fehlenden Angaben mit, damit dieser sie in ihren Lebenslauf ergänzen kann und bei anderen Bewerbungsgesprächen einen guten Start hat.

Es ist also wichtig darauf zu achten, dass alle wichtigen Erfahrungen und Kenntnisse im Lebenslauf aufgeführt werden, die für eine Stelle von Bedeutung sind. Im groben sollte man sich zu folgenden Stichpunkten Fragen stellen und im Lebenslauf wiederfinden:

  • Werdegang: Was habe ich bisher gemacht und was mache ich aktuell?
  • Sprachkenntnisse: Welche Sprache beherrsche ich wie gut?
  • EDV-Kenntnisse: Mit welcher Software habe ich bereits gearbeitet und wie gut beherrsche ich diese?

Falls Ihr Euch nicht sicher seid, lasst Eure Bewerbung von Verwandten, Bekannten oder Freunden gegenlesen. Denn mehrere Augen sehen bekannterweise besser als zwei.

Wurdet Ihr als Bewerber schon einmal darauf hingewiesen, wenn eine Angabe gefehlt hat?

Wie geht Ihr mit Bewerbungen um, wenn relevante Angaben fehlen? Fragt Ihr beim Bewerber trotzdem nach oder landet sie gleich auf dem Absagestapel?

Nadine

Autor: Nadine

Ich bin Nadine und schaue in diesem Blog durch die Brille aus Bewerber- wie auch Personalersicht.

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